NIEDERRHEINBILDER

 
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Dolf Wagener
Duisburg- Meiderich,  2010

Ich bin groß, viel zu schwer, habe blaue Augen, trage weder Hosenträger noch Hut und werde immer älter. Das merke ich auch daran, dass ich diese Selbstdarstellung über die Jahre nun schon zum dritten Mal verändern muss.
Vor einem Vierteljahrhundert habe ich begonnen, Radierungen zu machen. Da ich am Niederrhein aufgewachsen bin und ihn bis heute immer noch gerne erlaufe und mit dem Fahrrad erfahre, lag es nahe, dass ich meine Motive hier finde. Oberflächlich betrachtet, gilt unsere Gegend doch eher als unspektakulär, aber wenn man sich erst einmal auf den Weg macht, findet man doch so einiges. Hier gibt es Burgen, Schlösser, Kirchen und Dome, alte Gasthöfe und Kneipen, neue und alte Brücken, Häfen, Flüsse, Klöster, Industrie und Zechen, Herrenhäuser und kleine Kotten, Wind- und Wassermühlen, Marktplätze mit alten Häusern, Gerichte, Stadttore, Rathäuser, Theater, Feuerwachen, Bahnhöfe  …..ich glaube, ich kann aufhören. Es sind mehr als 300 Motive geworden, und es werden jedes Jahr mehr und alle aus einem Umkreis von 50 Kilometern. Dazu passen auch die Menschen hier: naja, man sagt ihnen nach, ein wenig verschlossen zu sein. Aber fragen Sie mal jemanden aus Neukirchen, was er über seine Nachbarn aus Vluyn zu sagen hat, da gibt es aber einen langen Abend und Sie selber brauchen gar nix zu sagen. Das geht schon beim Namen und der Schreibweise der Orte los: Uerdingen, Traar, Orsoy, Baerl, Moers.  Schaephuysen und Rheurdt wären auch so ein abendfüllendes Programm, ganz zu schweigen von Duisburg und Walsum oder Hamborn.
Meine Bilder sind als Spekulationsobjekte ungeeignet, sie sollen vielmehr dem Betrachter Freude bereiten oder ihn zur eigenen Kreativität anregen. Um das zu erreichen, demonstriere ich gerne meine Arbeitstechnik vor einem interessierten Publikum. (Wer weiß schon, wie eine Radierung entsteht).
Ich reise gerne und benutze zur Erinnerung eine Kamera. Die großen Städte haben es mir nicht so sehr angetan, ich liebe eher das beschaulichere Leben auf dem Land. Hier gibt es auch die schönen Genüsse des Essens und Trinkens, die dafür sorgen, dass mein Körper schön faltenfrei bleibt. Ich liebe Musik unterschiedlichster Art, und könnte vor Freude heulen, wenn mir ein Lied gesungen würde.
Meine liebste Gesellschaft sind Menschen, die wirklich was zu sagen haben, aber auch Stille aushalten können.
Was ich ertragen muss: Diskussionen, in denen keiner über das Gehörte nachdenkt, lange Autobahnfahrten, ständige Geräusche, wiederkehrende Termine, bedrückende Enge, verbaute Straßen, viele Menschen und ... das Schreiben über mich  selber.
Ich bin Dolf Wagener, meines Zeichens  Ehemann, Vater, Großvater, Rentner, Steuerzahler, Ehrenvorsitzender der Kulturwerkstatt Meiderich und ... wenn Sie mehr wissen wollen, fragen sie mich doch einfach.
Telefon 0203/439283

Erklärung zu Radierung
Presseberichte
 
  Dolf.Wagener@t-online.de